Wann bist du echt?

Über das Authentisch sein, Masken, Kanten und den Weg zurück zu deiner eigenen Essenz.

Wann bin ich echt und authentisch? Wenn ich alle Masken fallen lasse. Wenn ich nicht darüber nachdenke, was ich sage, sondern es einfach sage und gleichzeitig fühle. Wenn ich laut bin, weil ich gerade laut sein will. Wenn ich leise bin, weil ich gerade flüstern möchte. Wenn ich lache, weil echte Freude in mir ist. Wenn ich weine, weil mich gerade etwas wirklich berührt.

Echt sein hat so viele Facetten. Und vielleicht kennst du diese Frage auch. Gar nicht als DIE große Lebensweisheit, sondern ganz leise, irgendwo mittendrin.


Was Masken mit uns machen

Masken glätten. Sie machen weicher, sie verschleiern und vernebeln unser Selbst. Manchmal so weit, dass wir selbst nicht mehr wissen, was unsere Essenz ist und was uns eigentlich ausmacht.

Masken verbergen unsere Ecken und Kanten. Und das tun sie nicht immer böswillig. Oft tragen wir sie, weil sie uns irgendwann geschützt haben. Weil sie das Leben leichter gemacht haben oder uns zumindest weniger angreifbar.

Aber irgendwann merkst du: Die Maske sitzt so fest, dass du dich darunter selbst kaum noch erkennst.


Echt sein kann Unruhe erzeugen

Ehrlich gesagt, kann es in deinem Umfeld erst einmal Unruhe, vielleicht sogar etwas Chaos erzeugen, wenn du anfängst, die Masken zu lüften.

Weil die Masken so lange so viel verborgen haben und weil Menschen ein Bild von dir haben, das vielleicht nicht ganz du warst.

Das ist keine Warnung, damit du aufhörst. Es ist nur ein Hinweis, dass es normal ist, wenn der Weg zurück zu dir, am Anfang, etwas ungemütlich ist.


Die Grundessenz ist schon da

Ich glaube, dass die Grundessenz in jedem Lebewesen seit der Zeugung (oder vielleicht schon davor) angelegt ist. Sie ist schon immer vorhanden. Im Falle der Menschen wird man sie durch Persönlichkeitsarbeit nicht komplett umwenden können und das soll man auch nicht.

Aber man kann am Stein schleifen.

Den Stein, der durch das Leben und durch all die Masken ein bisschen zu rund geworden ist. Zu glatt. Man kann ihn schleifen, damit die Kanten wieder sichtbar werden → die Kanten, die uns alle so individuell und einzigartig machen, wie wir sind und uns zu Juwelen werden lassen.


Authentizität kann Angst machen

→ Das möchte ich nicht verschweigen.

Echt sein kann einem selbst Seiten aufzeigen, die man normalerweise bei anderen bewertet und nicht gut findet. Diese Seiten anzunehmen braucht etwas → Hingabe. Hingabe an das Leben, wie es ist.

Denn es gehören einfach alle Seiten dazu. Die guten und die weniger guten. Die, die du magst und die, die du noch üben darfst, anzunehmen.


Von der Echtheit zur Selbstwirksamkeit

Für mich ist Echtheit nicht das Ende. Sie ist der Anfang von etwas.

Echt zu sein bedeutet, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und sie nicht ins Außen abzugeben. Denn so lange ich glaube, dass meine Umgebung, die Welt, die anderen für alles in meinem Leben verantwortlich sind, stehe ich mir selbst im Weg.

Dem Außen die Schuld zu geben und sich als Opfer der Umstände zu sehen ist leicht. Ich verstehe das und ich kenne diesen Impuls. Aber anfangen muss man immer bei sich selbst.

And that’s the hard part:

  • Den eigenen Weg mit allen Konsequenzen gehen.
  • Die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und ins Handeln zu kommen.
  • Aus der Opferrolle heraustreten und sich als kreative Schöpferin wahrnehmen.
  • Das eigene Leben nicht nur zu leben, sondern bewusst zu gestalten.

Und somit entsteht hier etwas sehr Wertvolles:

Selbstverantwortung → Selbstermächtigung → Selbstwirksamkeit.

Selbstverantwortung bedeutet, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Nicht weil alles deine Schuld ist, sondern weil du der einzige Mensch bist, der dein Leben wirklich verändern kann.

Selbstermächtigung ist der nächste Schritt: das Bewusstsein, dass du die Kraft dazu hast. Dass in dir bereits alles angelegt ist, was du brauchst. Du musst dich nicht neu erfinden. Du darfst dich einfach an deine Stärken, an deine Stimme, an das, was dich ausmacht erinnern.

Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen darauf, dass deine Handlungen etwas bewirken. Dass du nicht ausgeliefert bist, sondern Einfluss hast → auf dich, auf dein Leben und auf die Richtung, die du einschlägst. Es geht nicht darum, alles im Griff zu haben. Sondern darum zu spüren: Ich mache einen Schritt. Und dieser Schritt zählt.


Wann bist du authentisch?

Ich frage mich das oft. Und ich lade dich ein, es dich auch zu fragen.

Nicht als große Hausaufgabe, sondern als eine leise, ehrliche Frage an dich selbst.

Wann fühlst du dich echt?
Und was wäre möglich, wenn du noch ein bisschen mehr davon in dein Leben lässt?
Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen. Deine Babsi.

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